Markus Bußler

25.04.2010 – Die Münchener Beteiligungsgesellschaft mic AG befindet sich auf Erfolgskurs. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren. DER AKTIONÄR sprach mit Claus-Georg Müller, Vorstand, Gründer und Hauptaktionär des VC-Investors über die jüngste Beteiligung PiMON, die Highlights im Beteiligungsportfolio und die Ziele für das laufende Jahr.



DER AKTIONÄR: Herr Müller, die mic AG hat sich an der PiMON GmbH beteiligt, einem Spezialisten für Pipelineüberwachung. Was macht PiMON so interessant für Ihre Gesellschaft?

Claus-Georg Müller: PiMON passt hervorragend in unser Portfolio, da die Gesellschaft mit neuester deutscher Sensortechnologie in einem sehr attraktiven Markt tätig ist. Die innovative PiMON-Technologie ermöglicht eine permanente Echtzeitüberwachung, zum Beispiel von Öl- und Gaspipelines. Wir sehen hier deutliche Synergien zu unserem jetzigen Portfolio, in dem eine verwandte Technologie in einem anderen Marktumfeld Anwendung findet. Wir haben während der Due Diligence bereits mit großen potenziellen Kunden gesprochen, die starkes Interesse für diese Technologie gezeigt haben.

Inwiefern kann PiMON vom Know-how der mic-Gruppe im Bereich Glasfasertechnologie profitieren?

Im Netzwerk der mic AG verfügen unsere Beteiligungen Fibotec Fiberoptics und FiSec über eine ausgezeichnete Expertise im Glasfaser-Bereich. Davon wird auch PiMON über die angesprochenen Synergieeffekte profitieren. Absolut wichtig war uns, dass wir in diesem Bereich technologisch sehr weit sind und PiMON unsere Erkenntnisse mitnutzen kann, was der Gesellschaft enorme Entwicklungskosten spart und sie schneller an den Markt gehen lässt.

Planen Sie im laufenden Jahr weitere Neuinvestments?

Bei vier weiteren potenziellen Investments befinden wir uns bereits in der Due-Diligence-Phase. Ich bin auch zuversichtlich, dass diese Investments zumindest teilweise noch in 2011 umgesetzt werden können. Da sich unser Konzept von dem klassischen Venture-Capital-Ansatz dahingehend unterscheidet, das wir unser Geld in erfolgsabhängigen Raten in die Firmen geben, haben wir doch einiges mehr an Spielraum. Dies ist zwar entsprechend aufwändiger und zum Teil auch langfristiger, im Gegenzug liegen unsere Kosten aber auch deutlich unter dem „normalen” VC-Niveau.

Aktuell hält die mic AG zwölf Beteiligungen. Was sind die „Highlights” in Ihrem Portfolio?

Dabei muss man zwischen Technologie und Return-on-Investment unterscheiden. Von Seiten der Technologie sind unsere Medizintechnik-Firmen Neuroconn und Rogue Resolution höchst spannend, weil diese nun von der Forschung in die Klinik kommen. Damit wird die Technologie für jeden Patienten, der unter Tinnitus, Migräne, Epilepsie oder ADHS leidet, zugänglich. Zudem verspüren wir als VC-Geber natürlich auch eine enorme Genugtuung, wenn diese Firmen jetzt auch umsatzmäßig regelrecht explodieren.Für den Investor zählt natürlich insbesondere der schnelle Exit mit entsprechendem Return: Da stehen unsere Beteiligungen ProximusDA und Flores Solar Water (FSW) an erster Stelle. Die Technologie von ProximusDA ist heiß begehrt, da Computer immer schneller werden und dabei gleichzeitig immer weniger Energie verbrauchen sollen. Bei FSW, unserer „Low-Cost”-Variante zur Wasseraufbereitung, verspüren wir eine enorme Nachfrage, wobei wir auch sehr schnell skalieren können. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten.

Positive News gibt es auch von der mic-Beteiligung µ-GPS Optics GmbH. Der Prototyp des innovativen 3D-Messsystems ist auf der Hannover Messe auf sehr positive Resonanz gestoßen. Wo liegen die Vorteile der µ-GPS-Technologie?

Die Hannover Messe war für µ-GPS Optics ein Meilenstein, der das „Who is Who” der Messtechnik auf den Plan gerufen hat. Wir messen hier an der physikalischen Grenze des Möglichen. Es geht darum, dreidimensional in einem ein Kubikmeter großen Raum Koordinaten auf einen Mikrometer, also einen tausendstel Millimeter, genau zu bestimmen. Anwendungen für solche Präzisionsmessungen gibt es viele, wie beim Einrichten von Maschinen, dem hochgenauen Bau von Carbonteilen wie zum Beispiel Flügeln, bis hin zum Schiffsbau, bei dem im Falle einer besseren Verstrebung deutlich an Gewicht gespart werden kann.

Wann wird µ-GPS mit der Serienfertigung starten?

Die Vorserie des innovativen Messsystems wird noch im laufenden Jahr starten. Wir sind in der angenehmen Lage, dass die Nachfrage nach diesem Gerät bereits sehr hoch ist und wir uns auf die Fertigung und Zertifizierung konzentrieren können. Wenn alles nach Plan läuft, wird µ-GPS Mitte 2012 mit der Serienfertigung beginnen.

Wie sehen Ihre Planungen hinsichtlich größerer Exits im laufenden Jahr aus? Dürfen sich Ihre Aktionäre auch 2011 über Sondererträge durch Beteiligungsverkäufe freuen?

Wir sind sehr zuversichtlich, noch in der ersten Jahreshälfte einen Teilexit bekannt geben zu können. Zudem planen wir im Laufe des Jahres noch den einen oder anderen größeren Teil- bzw. Komplettverkauf. Auf das Gesamtjahr gesehen wollen wir die Zahlen des Vorjahres dann wieder übertreffen.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie die Attraktivität der mic-Aktie erhöhen? Denken Sie über die Ausschüttung einer Dividende bzw. die Ausgabe von Gratisaktien nach?

Zur diesjährigen Hauptversammlung wollen wir „ein Schmankerl” verkünden, wie wir auf bayerisch sagen. Allerdings hängt dies noch von einigen Dingen ab, die zunächst umgesetzt werden müssen. Im Worst Case werden wir aber zumindest das Büffet auf der HV aufrüsten.

Warum sollten Anleger gerade jetzt mic-Aktien kaufen?

Ich bin der Meinung, dass die Börse unser Potenzial noch gar nicht richtig erkannt hat. Wir werden in Zukunft aber alles daran setzen, unsere Erfolge noch besser zu kommunizieren. Schließlich blicken wir auf zehn Jahre sehr erfolgreiche Arbeit zurück und haben noch viele Überraschungen in der Pipeline.

Herr Müller, vielen Dank für das Interview.

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