Exakte Messungen im industriellen Umfeld, zum Beispiel Maschinenabnahmen, sind unerlässlich. Die Firma µ-GPS hat dazu eine Lösung entwickelt. Von Beginn an wurde mit namhaften Firmen (Zeiss Oberkochen) und Einrichtungen (WBK Karlsruhe) zusammengearbeitet, so dass deren Know-how und Anforderungen in die Produktentwicklung und Produkttests eingeflossen sind.

Das Produkt füllt durch seine neuartige, patentierte optische 3D-Meßtechnik eine Lücke im Kanon der verfügbaren Technologien im Hinblick auf die Kombination von erreichter Genauigkeit, Größe des Messvolumens, der Messzeit und des Bedienungskomforts aus. Es ist ein Gerät zur Bestimmung von Positionen und Verfolgen von Raumkurven und wurde gezielt im Hinblick auf Anwendungen im Maschinenbau zur Maschinenabnahme entwickelt. Mit ihm kann eine exakte Koordinatenbestimmung von Teilen an Präzisionsmaschinen im Raum auf 5 [gt] µm erfolgen.

Zwei Tage dauert es in der Regel nach der Aufstellung einer Werkzeugmaschine, bis die beweglichen Teile eingerichtet sind. Ein aufwendiger Vermessungsprozess ist notwendig, bis alle Elemente mit hinreichender Präzision zueinander positioniert sind. Jeden Tag findet diese Prozedur in tausenden Werkhallen auf der Welt statt und beschäftigt zehntausende Mitarbeiter insgesamt hunderttausende Stunden.

Das neue Produkt der µ-GPS Optics GmbH könnte den Aufwand deutlich verringern und den Prozess im Gegensatz zu den derzeit verwendeten Verfahren auch automatisieren. Das relativ kleine und nur 60 Kilogramm schwere Gerät wird neben der Maschine aufgestellt und kann dann von dort berührungslos alle notwendigen Messungen vornehmen.

Das µ-GPS System ermöglicht die Bestimmung von Koordinaten mit höchster Genauigkeit. Das System ist flexibel einsetzbar und transportabel. Die Idee des Laser-µ-GPS Geräts ähnelt dem ‚Global Positioning System‘ (GPS Navigation). Das Prinzip dieser Positionsbestimmung ist auf ein optisches Messverfahren übertragen worden und ermöglicht Anwendungen zur Koordinatenmesstechnik im Werkzeugmaschinenbau.

Die Übertragung des Prinzips auf den Bereich der Vermessung im Mikrometerbereich beruht auf der Teilung und Verfolgung eines Laserstrahls, dessen einer Teil durch drei als Referenz dienende Kugeln reflektiert wird. Mit diesem Ansatz können die Thüringer Entwickler im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren drei Dimensionen zeitgleich vermessen.

Künftige Anwendungsgebiete gibt es viele – in der Medizintechnik zum Beispiel. Beginnen will man damit, das Messprinzip auf die Maschinentechnik zu übertragen. In Produktionsbetrieben könnte damit der Maschinenabnahmeprozess automatisiert werden. Das heißt, die Justierung und Kalibrierung von Maschinen übernimmt das Gerät, dessen künftigen Markennamen die Erfinder übrigens erst noch austüfteln müssen.

Das Unternehmen gehört mehrheitlich dem Frühphaseninvestor mic AG, der in seinem Meininger Incubator Center bereits Beteiligungen an vier anderen Technologieunternehmen hält. Die mic AG beteiligt sich vor allem an Unternehmen aus den Bereichen Kommunikations-, Fiberoptics-, Medizintechnik sowie Mikrosystemtechnologie und Cleantech, die sie zum Teil selbst mit gründet. Die mic AG ist seit Oktober 2006 im Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Die µ-GPS Optics GmbH plant, im Frühjahr 2011 mit der Serienproduktion zu beginnen.

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