Die Hausse an den Märkten befindet sich nun bereits im fünften Jahr (siehe Vorwort) und hat damit ein fortgeschrittenes Reifestadium erreicht. Qualitätstitel sind nicht mehr billig, gerade in den letzten anderthalb Jahren haben die Kurse vielfach stärker zugelegt als die Gewinne, weswegen auch die Bewertung gestiegen ist. In dieser Marktphase begeben sich die Anleger gern auf die Schnäppchenjagd und suchen nach zurückgebliebenen Titeln, die fundamental günstig bewertet sind und wegen ihrer operativen Entwicklung das Potenzial aufweisen, entdeckt zu werden.

Dass Beteiligungsgesellschaften oftmals erst spät in einer Hausse richtig anspringen, hat strukturelle Gründe. Klassische Industrieunternehmen leiden unmittelbar unter einer konjunkturellen Krise, ihre Zahlen verschlechtern sich direkt und die Kurse brechen ein. Ebenso rasch macht sich dann aber auch ein Aufschwung in den Ergebnissen bemerkbar (wenn das Geschäftsmodell intakt ist). Bei Beteiligungsgesellschaften hingegen werden die Konsequenzen einer Rezession in der Regel mit einer deutlichen Verzögerung sichtbar – in Form von Abschreibungen auf Portfoliounternehmen, die oftmals erst im beginnenden Aufschwung stattfinden. Nämlich dann, wenn die Gesellschaften ihre Reserven aufgezehrt haben und die Kapitalgeber angesichts einer noch unsicheren Lage zu keiner neuen Finanzspritze bereit sind. Dementsprechend fällt das Zahlenwerk von Beteiligungsgesellschaften in frühen Aufschwungsphasen zunächst unattraktiver aus als das von Industrieunternehmen.

Zumal sich operative Fortschritte in der Bilanz zumeist nicht unmittelbar zeigen, wenn die Gesellschaften ihre Beteiligungen nicht vollkonsolidieren (was bei Minderheitspositionen üblicherweise der Fall ist). In solchen Fällen werden zunächst einmal stille Reserven aufgebaut. Zwar werden die Bewertungen angepasst, wenn weitere Kapitalgeber einsteigen, das volle Ausmaß der Wertschöpfung offenbart sich aber erst bei einem erfolgreichen (Teil-)Exit. Dieser erfolgt im Idealfall dann, wenn der Börsenaufschwung schon weit fortgeschritten ist, da sich die Bewertungsmultiples dann vom Krisenniveau erholt haben und höhere Gewinne erzielbar sind. Im Fall größerer Exits verbessern sich dann schlagartig die Bilanzen der Beteiligungsgesellschaften und wecken damit das Interesse einer breiten Anlegerschar. Für ein Investment sind daher besonders die Unternehmen interessant, die noch vor dem großen Sprung stehen. Unsere Favoriten aus diesem Sektor nehmen wir im Folgenden näher unter die Lupe.

Auch die Münchener mic AG, die wir in der Empfehlungsliste führen, hat eine jahrelange Aufbauarbeit betrieben, in deren Rahmen zahlreiche Gesellschaften meist seit der Gründung begleitet wurden. Mittlerweile sind die Ableger, die teilweise schon mehr als zehn Jahre zum Portfolio zählen, spürbar gereift, was die Basis für einen Wachstumssprung schafft. Zu diesem Zweck hat das Management die einzelnen Beteiligungen in Themenholdings gebündelt, für deren Führung namhaften Spezialisten aus den abgedeckten Sektoren (u.a. IT, Sensorik und Wearable Technologies) gewonnen werden konnten. Aktuell werden die Aktivitäten in den einzelnen Bereichen durch gezielte Zukäufe verstärkt, damit die Holdings eine Größe erreichen, die perspektivisch für eine eigene Börsennotierung ausreicht. Gelingt für einen oder mehrere Ableger – insgesamt hat mic vier Themenholdings etabliert – ein IPO, dürfte die damit verbundene Hebung stiller Reserven auch der Muttergesellschaft zugute kommen. Gleichzeitig laufen derzeit die Vorbereitungen für einen Teilexit bei besonders aussichtsreichen Beteiligungen.

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