von Georg Pröbstl, Euro am Sonntag

Der Chart sieht wirklich horrormäßig aus! Steiler Abwärtstrend seit vergangenem Juli und 45 Prozent Kursverlust – so läuft es derzeit bei der Aktie der mic AG. Woher dieser Verkaufsdruck kommt, wissen nicht einmal gut informierte Kreise. Dabei liefert das operative Geschäft für einen solchen Kursverlauf keine Erklärung. Im Gegenteil.

Der Spezialist für Venture Capital hat allein seit Dezember drei vielversprechende Meldungen herausgegeben. Da war zum einen der Verkauf des Anteils an der NeuroConn GmbH. Wie zu hören ist, soll die Münchner Beteiligungsgesellschaft aus diesem Deal einen Gewinn von drei bis vier Millionen Euro erzielt haben. Gut ins Bild passt da die Meldung vom vergangenen Montag über einen geplanten Aktienrückkauf von bis zu rund 470.000 Aktien – was etwa sechs Prozent des Börsenwerts entspricht.

Zuletzt gab es dann auch noch den Börsengang der micData Mitte Dezember. In dieser Gesellschaft wurden mehrere mic-Beteiligungen in einer Themen-AG gebündelt. Ziel der Maßnahme ist es, die Transparenz und Handelbarkeit des Portfolios zu erhöhen. Deshalb sollen in diesem Jahr noch zwei weitere Themen-AGs – eine davon im ersten Halbjahr – aus dem Mic-Portfolio an die Börse gehen. Eine weitere soll 2016 folgen. Da wird es wirklich interessant, einmal genau nachzurechnen.

Aktie mit hohem Discount

Wie aus gut informierter Quelle zu erfahren ist, sollen die mic-Anteile an den vier Themen-AGs jeweils etwa acht bis zehn Millionen Euro wert sein – insgesamt also 32 bis 40 Millionen Euro.

Zudem hat mic noch sechs weitere Beteiligungen im Portfolio, die zusammen einen Wert von etwa sechs Millionen Euro haben sollen. Und dann ist da ja noch der Gewinn aus dem neuroConn-Verkauf. Zählt man all diese Assets zusammen, ergibt sich rein rechnerisch ein Wert der Beteiligungsgesellschaft von etwa 41 bis 50 Millionen Euro. Das wären dann zwischen 5,30 und 6,50 Euro pro Mic-Aktie.

Nach dem monatelangen Kursverfall dürfte die Aktie deshalb im Moment massiv unterbewertet sein. Selbst bei einem für Beteiligungs[-]gesellschaften üblichen Discount zu den Vermögenswerten von etwa 20 bis 25 Prozent sollte die Aktie mindestens bei etwa vier Euro notieren.

Experten rechnen damit, dass spätestens die Vorlage der Jahreszahlen am 30. Juni mit dem Ausweis des [-]hohen Verkaufsgewinns bei dem Neuro[-]Conn-Deal den Kurs der Aktie wieder deutlich beleben wird. Angesichts des hohen Abschlags von etwa 50 Prozent zum geschätzten Ver[-]mögen und der damit verbundenen Chance einer Kursverdoppelung dürfte die Aktie auf dem aktuellen Kursniveau wesentlich mehr Chancen als Risiken bergen.

Fazit: Der hohe Abschlag zum Vermögen schafft ein sehr gutes Chance-Risiko-Profil.

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